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Die Astrologie der Pyramiden

Im Jahr 1994 erschien das Buch "Das Geheimnis des Orion" von Robert Bauval. Es beschreibt die mögliche astrologische Ausrichtung der Pyramiden von Giseh. Die genaue Vermessung der Schächte durch Rudolf Gantenbrinck im Jahr 1993 bestätigte scheinbar die Zusammenhänge. Der ägyptische Fruchtbarkeitskult von Isis und Osiris fand in den Sternen des Sirius und Oriongürtels seine himmlische Entsprechung. Aus der Vereinigung von Isis und Osiris ging Horus hervor, der neue Pharao auf Erden. Die weitere Untersuchung des verschlossenen Schachtes der Königinkammer (Quadrat im Bild) könnte somit zur Vervollständigung des Mythos führen.

 

 

 

 

 

   

Der ägyptische Tierkreis

Im Jahr 2004 erschien ein interessantes Buch über ägyptische Mythologie mit dem Titel "Ägyptische Astrologie" von Susanne Schöfer. Darin wird ein ägyptischer Tierkreis (Dodekaoros) beschrieben und sein Bezug zum bekannten griechischen Tierkreis hergestellt. Die Marmorplatte ist ein Orakelbrett aus der römischen Kaiserzeit und wurde Anfang des 20.Jh. von dem Ägyptologen Daressy auf einem Markt in Kairo gefunden. Neben der Planisphäre des Bianchini aus dem 18.Jh. ist sie bis heute der einzige Beleg eines ägyptischen Tierkreises. Wahrscheinlich geht er auf die Ptolemäer zurück, denn er wurde von dem Historiker Teukros im 1.Jh. v.u.Z. erstmals erwähnt. Die heiligen Tiere der Ägypter gab es schon zu vordynastischen Zeiten, also bereits vor dem 3. Jahrtausend v.u.Z.  Auf dem Bild ist außen der griechische, innen der ägyptische Tierkreis zu sehen, von links beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn.

 

 

Griechisch

Widder Stier Zwillinge Krebs Löwe Jungfrau Waage Skorpion Schütze Steinbock Wassermann Fische

Ägyptisch

Katze Hund Schlange Skarabäus Esel Löwe Widder Stier Falke Pavian Ibis Krokodil 

 

 

Seth und Horus

Die ägyptischen Mythen wurden immer wieder an die herrschenden politischen Verhältnisse angepaßt, um sie zu legitimieren. Sie sind aber auch astrologische Mythen. Der Kampf von Seth und Horus um die Macht ist ein Gleichnis auf das Wechselspiel der Jahreszeiten und der Gestirne. Seth verkörperte die zerstörerische Kraft der Sonne in der Wüste. Horus war das Kind von Isis und Osiris und stand für den Mond. Seth tötete Osiris, der die Fruchtbarkeit garantierte, und beanspruchte fortan die Macht im Land. Horus sollte seinen Vater rächen, um seinerseits die Macht zurück zu erlangen. Seth (Sonne) und Horus (Mond) stehen sich gegenüber, eine schöne Allegorie auf den Vollmond. Im Kampf verliert Horus sein Augenlicht, der Mond nimmt ab. Thoth als Herr über die Mondkräfte kann ihm sein Augenlicht wiedergeben, der Mond nimmt zu. Seth wird im Kampf seiner Hoden beraubt und büßt damit seine Potenz (Sonne) ein. Der Esel ist eines der heiligen Tiere des Seth und war für seinen Geschlechtstrieb bekannt. Er steht im ägyptischen Tierkreis für das Tierkreiszeichen Löwe. Horus bekam nach langem Göttergericht schließlich die Macht zu gesprochen. Der Falke war ebenfalls ein heiliges Tier, denn er konnte der Sonne entgegenfliegen. Im ägyptischen Tierkreis steht er für das Tierkreiszeichen Schütze. Aus dem kindlichen Horus wurde der Pharao auf dem Königsthron.

 

 

 

  

 

Seschat - Schutzherrin der Wissenschaft

Aus dem Buch "La mythologie egyptienne"

Es ist Seschat, die dem Pharao anläßlich seines Jubiläums noch lange Regierungsjahre und viele weitere Jubiläen voraussagt. Dieses Ritual, das Sed-Fest genannt, dient dazu, die körperlichen und geistigen Kräfte des Königs magisch wieder auf zu frischen. Zu diesem Anlaß begibt sich der Pharao zu den größten Heiligtümern, um dort spezielle, der Regeneration seiner Kraft, Macht und Stärke gewidmete Riten zu vollziehen. Die Prüfungen aller Art sollen beweisen, daß er noch immer im Besitz seiner alten Kraft ist. Seschat ist es auch, die sich um die königlichen Annalen kümmert. Sie ist die Patronin der Schriftkunst, der Mathematik, der Bibliotheken und der Archive. Auch bei der Einweihung von religiösen Bauwerken spielt sie eine fundamentale Rolle. Nach der ägyptischen Tradition ist die Gründung eines Tempels vom Zusammenwirken einer ganzen Reihe von Faktoren abhängig. Als Patronin und Treuhänderin der Baupläne assistiert und berät sie den Herrscher während der Planung des Heiligtums. Seschat überwacht auch die ordnungsgemäße Grundrißlegung nach den Konstruktionszeichnungen. Diese Arbeit wird vom König in der Nacht ausgeführt, um die korrekte, geografische Orientierung des Bauwerks zu gewährleisten. Hierzu benutzt der Pharao ein spezielles Sichtinstrument, das ihm die Ausrichtung des geplanten Gebäudes nach den Sternen ermöglicht. Seschat, die sich besonders in der Wissenschaft der Astronomie hervortut, überprüft die Korrektheit der Meßergebnisse, und macht nach Abschluß der Messungen Voraussagen über die Dauerhaftigkeit des Bauwerks: "Dein Bauwerk wird so sicher auf seinen Fundamenten stehen wie der Himmel auf den seinen, und dein Werk bei seinem Meister ruhen wie die Erde bei den Göttern... Es wird auf Erden der Zerstörung widerstehen in Ewigkeit..." 

 

 

 

Der Schattenstab

Man stecke einen Pflock in die Erde, befestige einen Strick daran und ziehe einen Kreis. Der Sonnenschatten trifft im Laufe des Tages zweimal genau den Kreisumfang. Diese Punkte markiere man und erhält so die Ost-West-Richtung. Den Ost- und Westpunkt markiere man mit Pflöcken, an denen jeweils ein Strick gleicher Länge befestigt ist. Am Treffpunkt der beiden gerade gezogenen Stricke setze man wiederum einen Pflock. Seine Verbindung zum Schattenstab in der Mitte bildet die Nord-Süd-Richtung.

 

 

Die Qualität der Himmelsrichtungen

Osten - Widder

Westen - Waage

Norden - Steinbock

Süden - Krebs

 

 

 

Die königlichen Sterne der Babylonier

Schon die Babylonier im frühen 2. Jahrtausend v.u.Z. beobachteten den Sternenhimmel sehr genau. Dabei fielen ihnen vier Sterne auf, mit denen sie vermutlich den Wechsel der Jahreszeiten in Verbindung brachten. Diese Sterne liegen alle nahe der Ekliptik und fielen damals mit den Sonnenwendpunkten zusammen. Der Frühlingspunkt lag 2000 v.u.Z. im Sternbild Stier. Dort ist der helle Stern Aldebaran zu sehen, damals zum Herbstbeginn sichtbar. Gegenüber liegt das Sternbild Skorpion mit dem rötlichen Hauptstern Antares, damals zum Frühlingsbeginn sichtbar. Die anderen beiden Sterne sind Regulus im Löwen und Fomalhaut im südlichen Fisch, nahe dem Sternbild Wassermann. Wegen dieser Orientierung erlangten wohl auch die späteren Tierkreiszeichen Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann ihre Bedeutung in der religiösen Darstellung.

 

 

 

 

Zeichen am Himmel

Für die Babylonier waren vor allem Sonne, Mond und Venus bedeutsam. Sie sind die hellsten Lichter am Himmel. Durch den Anblick der Gestirne versuchte man, den Willen des Himmels zu erkunden. So leitete man aus ihrer Position am Sternenhimmel Entscheidungen für die Geschicke des Landes und des Königs ab. Vor Beginn eines Feldzuges war es unabdingbar, einen Priesterastrologen um Rat zu befragen. Gedeutet wurden auch Erscheinungen wie Kometen und Finsternisse. Die Chaldäer wurden später als Astrologen berühmt. Einer ihrer bedeutendsten Vertreter war König Nebukadnezar II. im 7./6. Jh. v.u.Z. Bis zur Entwicklung der Individualastrologie und dem Stellen persönlicher Horoskope durch die Griechen und später die Römer sollten noch einige Jahrhunderte vergehen. 

 

 

 

 

 

Der Tierkreis von Dendera

Ende des 18.Jh. wurde auf der Expedition Napoleons in Ägypten ein Deckenrelief entdeckt, das später als Tierkreis von Dendera bekannt wurde. Die Darstellungen zeigen astronomische Sternbilder und ägyptische bzw. griechische Symbolik. Im Kreis außen sehen wir die ägyptischen Dekangötter und innen die griechischen Tierkreiszeichen. Die fünf sichtbaren Planeten sind an den Tierkreiszeichen ihrer Erhöhungen angeordnet. Wenn wir die Drehbewegung der Scheibe im Gegenuhrzeigersinn annehmen, geht das Tierkreiszeichen Widder rechts auf und das Tierkreiszeichen Waage links unter. Der Tierkreis von Dendera wird auf ca. 51 v.u.Z. datiert, die Regierungszeit Kleopatras.

 

 

Abb.1   Original aus dem Louvre (Paris)

 

 

Abb.2   Illustration von 1802

 

 

Abb.3   Farbzeichnung

 

 

 

Die heilige Nacht

Viele Verhaltensweisen und Worte des historischen Jesus wären aus seinem Geburtsbild heraus verständlich. Er selber sprach immer von einem himmlischen Auftrag und lebte damit seine Bestimmung. Wir wissen ziemlich sicher, daß er vor dem Jahr 4 v.u.Z. geboren wurde, denn bis dahin lebte Herodes, der laut Überlieferung in jener Zeit regierte. Kepler vermutete erstmals im Stern von Bethlehem die Konjunktion von Jupiter und Saturn. Diese fand im Jahre 7 v.u.Z. im Tierkreiszeichen Fische statt. Die Weisen aus dem Morgenlande waren sicherlich Astrologen und sahen in der Konstellation ein besonderes Ereignis. Ihr Weg führte sie nach Westen und schließlich nach Bethlehem. Die Geschichte ihrer Ankunft wird im Matthäus-Evangelium beschrieben, so daß wir auf den Zeitpunkt schließen können. Als sie in Bethlehem ankamen, sahen sie den Stern und er blieb am Himmel stehen. Dies ist astronomisch sinnvoll. Es kann eigentlich nur der Abendaufgang Jupiters gewesen sein. Wahrscheinlich war es die Zeit der Dämmerung und auf ihrem Weg von Jerusalem nach Bethlehem (ca. 8 km) war es sicher ein wunderbarer Anblick. Der Stillstand beschreibt die stationäre Stellung Jupiters vom 7.-12.11. 7 v.u.Z. Die Astrologen müssen es erwähnt haben, sonst hätte Matthäus wohl nicht von einem Stillstand berichtet. Während der Zeit dieser stationären Jupiterstellung stand der Mond in den Tierkreiszeichen Zwillinge, Krebs und Löwe. Vermutlich wurde Jesus jedoch mit Mond in Fische geboren, also einige Tage früher Ende Oktober.

 

 

 

 

Das letzte Abendmahl

Da Vinci war ein Künstler der Renaissance und kam somit auch mit dem wiederentdeckten astrologischen Wissen jener Zeit in Berührung. Auf seinem berühmten Wandgemälde "Das letzte Abendmahl" (1495-98) hat er die Tierkreiszeichen durch die Mimik und Gestik der Jünger auf beeindruckende Weise umgesetzt. Es stellt sich dabei jedoch auch die Frage, ob Jesus selbst seine Jünger nach diesen Prinzipien auswählte. Unbestritten ist die Präsenz der Astrologie im Römischen Reich zur Zeitenwende.  

 

 

von rechts nach links

Widder - Simon

Stier - Thaddäus

Zwillinge - Matthäus

Krebs - Philippus

Löwe - Jakobus d.Ä.

Jungfrau - Thomas

Jesus

Waage - Johannes

Skorpion - Judas

Schütze - Petrus

Steinbock - Andreas

Wassermann - Jakobus d.J.

Fische - Bartholomäus

 

 

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